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"Velhagen & Klasings Monatshrefte Januar 1937";

 Verlag Velhagen & Klasing; Seite 540 und Seite 567 ff.

 

In Kanada und in den Vereinigten Staaten ist ein aus Nordwesten aufziehender Schneesturm gefürchtet, der Blizzard genannt wird. Er tritt als Kaltlufteinbruch plötzlich und sehr heftig auf und richtet oft viel Unheil an. Einen solchen Blizzard, wie er ihn an der Neufundlandbank südöstlich der Labrador vorgelagerten Insel, beobachten konnte, hat Fritz W. Schulz gemalt. Die Neufundlandbank, im untergetauchten Teil des amerikanischen Festlandes, ist wegen ihrer Nebel berüchtigt, die dadurch entstehen, daß hier der kalte Labrador- mit dem warmen Golfstrom zusammentreffen. Schulz hat die Gegend auf seinen ausgedehnten Seereisen studiert. Er nennt sich Marinemaler. Ursprünglich wollte er es mit dem Bildnisfach versuchen, denn das schien nach dem Urteil seiner kaufmännischen Verwandtschaft wenigstens einigermaßen sichres Brot zu versprechen. Schulz gab es jedoch bald auf; er konnte einfach nicht, was verlangt wurde: häßliche Frauen schön und trotzdem sprechend ähnlich zu malen. Ihn trieb es an die See und auf die See. Während des Krieges wurde er (geb. 1884) Flieger und sah hier auch künstlerisch ein weites und neues Feld vor sich liegen. Sein eigentliches Gebiet war und blieb die Malerei und sein Ziel, wie er es selbst umreißt: „Die Hochsee restlos in Wasser, Luft und Wolken zu erfassen, in Bildern den Eindruck ungebändigter Naturkraft und der Ewigkeit darzustellen. Der Wille“, so fügte er, gewiß unter dem Widerspruch der Bewunderer seines „Blizzard“, hinzu, „ist vorläufig noch stärker als das Können.“

 

 

„Aufkommender Blizzard (Schneesturm) vor Neufundland.

Gemälde von Fritz W. Schulz (Aus der Ausstellung „Seefahrt und Kunst“, Berlin)

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